

Mehr Hitzeschutz und Energieeffizienz
Der Solargenerator versorgt etwa Küchengeräte und elektronische Tafeln
mit Strom und dämmt auch die Hitze im Sommer ein.
In einem Jahr soll eine Batterie mit passender Speicherkapazität hinzukommen.
© Marc Strohfeldt
Langen – Der Hof der Albert-Schweitzer-Schule ist leer, die Kinder genießen ihre Sommerferien. Auf dem Dach ist jedoch so einiges los. Die Flachdächer der Häuser drei, vier und fünf mit einer Fläche von rund 750 Quadratmetern werden saniert. Die Dämmung wird verbessert, die Dachabdichtung erneuert und ein umlaufendes Geländer als Wartungsschutz installiert. Außerdem wird eine Photovoltaikanlage (PV) mit einer Leistung von etwa 48 Kilowattpeak errichtet. Der Kreis Offenbach investiert dafür rund 370.000 Euro.
Insgesamt werden während der Sommerferien mehr als 60 Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durch die Koreal GmbH durchgeführt. Kreisbeigeordneter Alexander Böhn und Koreal-Geschäftsführer Bernd Stark schauen sich diese in Seligenstadt, Heusenstamm und Langen an. „Mit den Maßnahmen investieren wir gezielt in moderne und zukunftsfähige Schulen. Dabei geht es nicht nur um notwendige Instandsetzungen, sondern auch um Hitzeschutz, Energieeffizienz und bessere Lernbedingungen“, wird Böhn in einer Pressemitteilung zitiert. Bis zum Schuljahresbeginn sollen die Schulen wieder uneingeschränkt genutzt werden können.
Die Ferienzeit eignet sich für die Arbeiten besonders, da vieles im laufenden Schulbetrieb nicht hätte umgesetzt werden können. Die Bauarbeiten auf den Dächern der Albert-Schweitzer-Schule liegen im Zeitplan. Vor den Sommerferien haben sie begonnen. „Wenn wir ein Dach sanieren, prüfen wir auch immer die Statik“, erklärt Koreal-Geschäftsführer Stark. Sind alle Parameter gegeben – passen etwa die Tragfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit –, kann eine PV-Anlage installiert werden.
Sieben Schulen in Langen mit PV-Anlage
Im Kreis Offenbach sind mittlerweile 45 Schulen mit einer PV-Anlage ausgestattet, insgesamt sieben in Langen.
„Das Dach der Albert-Schweitzer-Schule war abgängig, wie man im Fachjargon sagt“, erläutert Stark. Übersetzt: Es war marode. Die Statik habe die Kriterien für den Bau der PV-Anlage erfüllt. Für die Dachsanierung wurden sogenannte Folienabdichtungen verwendet. „Unsere weiteren Materialien entsprechen immer dem neuesten Stand der Technik“, sagt Stark. Zudem wurde die Dämmung des Dachs verstärkt, um einen Hitzeschutz gewährleisten zu können. Auch die PV-Anlage bringt Beschattung.
Für eventuellen Starkregen wurde ein Notüberlauf angebracht. Dadurch fließt das Wasser auch ab, wenn etwa Blätter die Abflüsse verstopfen.
Zudem wurde ein sogenannter Kollektivschutz – ein dauerhaftes Geländer – angebracht, damit die Anlage gewartet oder auch gereinigt werden kann.
Strom wird eingespeist
Herausforderungen solcher Bauprojekte können Wetterverhältnisse wie Regen oder zu starke Hitze sein. Auch Lieferkettenausfälle können den Terminplan über den Haufen werfen, erklärt Stark.
Die neue Anlage kommt der Schule etwa bei der Stromversorgung der Küche, der Kühlgeräte oder elektronischen Tafeln zugute. „Kein Elektrogerät ist hier direkt angeschlossen. Wir speisen den Strom ein und verbrauchen ihn aus dem Netz“, erklärt Claudia Voigt der Koreal-Betriebsstätte Langen. Zudem soll ein Speicher eingebaut werden. „Diese Anlage hat eine bestimmte Anzahl an Kilowatt, was sie hergeben soll. Wir wissen ungefähr, was die Schule verbraucht. Das schwankt immer mal, allein schon durch die Ferien. Wir schauen uns ein Jahr an, was die Schule verbraucht und wie viel Strom wirklich produziert wird. Dann erhält die Schule eine Batterie mit der passenden Speicherkapazität“, sagt Voigt.LARA KUHN
Quellenangabe: Offenbach-Post vom 04.08.2026, Seite 30



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